7.1 Diesellok bleibt Diesellok
Mai 26th, 2011 by Stefan Fassbinder
Nachdem der Einzelachs-Antrieb schon die Dampflok nicht retten konnte, versucht man es nun mit entsprechenden Mitteln bei der Diesellok. Bei der neuen BR 246 sollen 4 einzeln zu- und abschaltbare Motoren eine bessere Anpassung an den Bedarf ermöglichen und so den Verbrauch senken. Gesenkt wird in der Tat der Leerlauf-Verbrauch, wenn die einzelnen Motoren entsprechend dynamisch gesteuert werden. Es bleibt aber dabei, dass der RE von Aachen nach Dortmund nur 1/3 seines Energie-Verbrauchs zur Überwindung der Reibungs-Widerstände, aber 2/3 für die Beschleunigungs-Vorgänge aufwenden muss. Von diesen 2/3 könnte eine E-Lok 3/4, also die Hälfte des gesamten Energie-Verbrauchs, beim Bremsen zurück gewinnen. Die Diesellok verbraucht also allein deswegen, weil sie dies nicht kann, systembedingt schon doppelt so viel Primärenergie wie die E-Lok. Der viele Leerlauf, der durch das neue Konzept auch nicht ganz vermieden, sondern lediglich reduziert werden kann, kommt dann noch hinzu. Die Beheizung des Zuges mit »Abfallwärme« entfällt bei dieser dem Personenverkehr zugedachten Maschine – ein weiterer Grund, warum ursprünglich aus Kreisen der DB AG verlautete, der Personenverkehr solle auf lange Sicht gänzlich auf Triebwagen umgestellt werden. Warum hiervon bei der DB ebenso wie bei mehreren Privatbahnen nun wieder abgewichen wird, ist unerklärlich.
Außerdem wird die gesamte Nennleistung der neuen Baureihe mit 2252 kW angegeben. Dies sind nun mal nur 2/5 der elektrischen Konkurrenz – bei rund 5/2 des Verbrauchs.
Dabei gibt es doch den 4-motorigen Dieseltriebwagenzug schon. Eine automatische Zu- und Abschaltung von Motoren nach Bedarf ließe sich hier also einbauen; das Heizen mit Abwärme würde aber auch hier aufwändiger. Selbst wenn ein Verbrauch von 3 l/km rund 10 kWh mechanischer Energie und 20 kWh Wärme auf jedem Kilometer entspricht, was unter dem Strich für die Heizung mehr als ausreicht, wird die gleichmäßige Verteilung zum Problem.
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