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6.4 Entsorgung

Wenn die geplanten 30, praktisch eher 40, manchmal 50 Betriebsjahre nun doch einmal verstrichen sind, muss auch ein vormals moderner Zug verschrottet werden. Eine alte Elektrolokomotive besteht zum größten Teil aus Eisen. Außerdem enthält sie etwa 5 t Kupfer. Sie stellt somit keinen Problemmüll, sondern vielmehr eine Quelle begehrter Rohstoffe zur Erschaffung neuer, zeitgemäßer Triebfahrzeuge dar. Da stehen sie dann auf dem Abstellgleis und warten auf den Tag, an dem ihr Schrottwert vielleicht vom fünf- in den sechsstelligen Bereich vorrückt, so dass sich die sorgsame Demontage lohnt. Die traumhaft hohen Preise für Kupfer- und Eisenschrott der Jahre 2006 bis 2008 hätte man zudem nutzen sollen, um die alten Umformersätze östlicher Prägung (»Kupferbergwerke«) durch moderne Anlagen zu ersetzen. Das Kupfer hätte man hier gleich wieder einsetzen können, um die Effizienz zu optimieren, indem man die Umformer durch verlustarme leistungselektronische Umrichter oder durch neue zeitgemäße Bahnkraftwerke ersetzt.

In den modernen Zügen findet sich außerdem noch viel Aluminium und Kunststoff. Während bei den Kunststoffen zumeist »Hopfen und Malz verloren« ist und eine Wiederverwertung, wenn überhaupt, nur unter erheblichem Wertverlust möglich ist, trägt das Aluminium noch seinen Teil zum Schrottwert bei, und mit dem Verlust des Kunststoffs kann man nach 30 Jahren und 12 »Gigametern« ununterbrochenen Dienstes leben. Außerdem wird es in 30 Jahren bessere Aufbereitungstechniken für die heute eingesetzten Kunststoffe geben, und neue Kunststoffe werden sich wieder besser verwerten lassen. So kommt die Bahn dem nachhaltigen Verkehr der Zukunft schon jetzt ziemlich nahe. Nun fehlt nur noch ein Elektrofahrzeug für nicht elektrifizierte Strecken.

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