1.5 Kein heißer Ofen
Aug 3rd, 2011 by Stefan Fassbinder
Zudem zieht all dies noch nicht den übrigen Energie-Bedarf eines Automobils in Betracht. Da wäre vorrangig Wärme zu nennen. Über Wärme spricht man nicht, Wärme hat man – beim Verbrennungsmotor im Überfluss. Dort ist sie Abfall und zählt damit zur »Soda-Energie«: Sie ist einfach so da (der Ausdruck wird sonst nur auf Sonne, Wind und Wasser bezogen, passt aber hier auch). Jedoch »bei einem kleinen Elektroauto braucht es 4 kW Wärmeleistung, um den Innenraum von -10°C auf 25°C aufzuheizen,« sagt ein Fachmann. Anschließend seien dauerhaft 2 kW nötig, um die Temperatur zu halten, und weitere Nebenverbraucher zögen gut 400 W. Heizung, Klima, Licht und dergleichen verbrauchen in 3 h Fahrtzeit 7,2 kWh. Somit wären etwa 3000 € zu rechnen, um die Energie für Komfort und Behaglichkeit an Bord eines Kleinwagens vorzuhalten, doch »damit ist noch nicht 1 km Reichweite an Bord.«
Um zu Einsparungen zu gelangen, wird an Flächenheizungen in Lehnen, Sitzen, Fußraum und in den Innentüren gedacht. »Um 0,5 m² Fläche in 110 s von -20°C auf 35°C zu erwärmen, braucht es eine Leistung von 1 kW. Danach sind nur noch 150 W nötig, um die Temperatur zu halten«, rechnet der Fachmann vor. Ob dies den gleichen Grad an Behaglichkeit bietet, ist noch die Frage. Deshalb wird auch an Wärmepumpen gedacht. Die Abwärme von Motor, Leistungselektronik und Batterie soll ebenfalls mit herangezogen werden. Bei der Bahn macht man das schon. Leichter und billiger – bzw. weniger teuer – wird das E-Fahrzeug dadurch aber nicht.
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