5.2 Besonderheiten bei der Kompensation kleiner Lampen
Feb 26th, 2009 by Stefan Fassbinder
Im Allgemeinen haben kleinere, also kürzere Leuchtstofflampen gleicher Typenreihen eine niedrigere Brennspannung als die längeren Röhren der jeweiligen Familie. Somit fällt ein größerer Teil der Spannung am Vorschaltgerät ab, und dieser Anteil ist größtenteils – im Idealfall rein – induktiv. Also nimmt die kleinere Lampe einerseits zwar weniger Wirkleistung auf, andererseits aber mehr Blindleistung. Gemeinsam führen diese beiden Effekte zu einem bei kleinen Lampen erheblich schlechteren Leistungsfaktor. Der Kompensations-Aufwand ist also unverhältnismäßig höher. An TC-S-Lampen mit 5 W, 7 W, 9 W und 11 W Nennleistung lässt sich dies recht gut beobachten, da diese 4 Modelle alle mit demselben Vorschaltgerät betrieben werden (Bild 5.8).

Bild 5.8: Ein- und dasselbe Vorschaltgerät eignet sich für 4 verschiedene Lampen sowie 3 mögliche Tandemschaltungen (hier aus Platzgründen nur eine aufgeführt); der Leistungsfaktor steigt mit der angeschlossenen Lampen-Nennleistung erheblich
Nun ist aber bei den TC-S-Lampen mit 5 W, 7 W und 9 W die Brennspannung so gering, dass sich an der regulären Netzspannung von 230 V zwei Lampen in Reihe betreiben lassen. So verdoppelt sich die Brennspannung effektiv natürlich wieder. Da auch für diese so genannte Tandemschaltung wieder das gleiche Vorschaltgerät zum Einsatz kommt wie für den Einzel-Betrieb, liegen die Ströme jeweils etwas unter dem Nennwert – wenn auch nicht sehr viel, da der induktive Teil des Spannungsfalls noch immer überwiegt. Einer der Vorteile dieser Betriebsart ist, dass zwei Lampen zusammen weniger Blindleistung verursachen als im Einzelbetrieb allein schon eine einzelne erzeugt (Bild 5.9). Doch die Tandemschaltung kann noch mehr Vorteile für sich geltend machen (siehe Abschnitt 8.4).

Bild 5.9: Leistungsfaktor als Verhältnis der Wirkleistung (graue Blöcke) zur Blindleistung (blaue Blöcke)
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