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In einem anderen Fall hängte sich ein alter Commodore Computer ungefähr jedes zweite Mal auf, wenn die 18-W-Leuchtstofflampe im Bad eines Einfamilienhauses eingeschaltet wurde. Das Wohnhaus war nach dem TN-C-System verdrahtet, ohne separaten Schutzleiter, sondern mit »klassischer Nullung« in jeder Steckdose. Dies mag allein schon die Netzstörung erklären oder zumindest dazu beigetragen haben, doch jedenfalls genügte ein Kondensator parallel zur Reihenschaltung aus Lampe und KVG, das Problem zu lösen.

Es bedarf noch der Erwähnung, dass beim Einschalten des Stroms in einer Induktivität keine Spannungs- oder Stromspitze auftritt. Die genannten Abstürze ereigneten sich auch nicht beim Druck auf den Lichtschalter, sondern wenn der Starter die Lampe zünden wollte, was im Prinzip den Ausschalt-Vorgang eines induktiven Stroms darstellt, durch den ein Spannungs-Impuls zum Zweck der Zündung bewusst herbei geführt wird (Abschnitt 3.1).

Bild 4.1

Bild 4.1: Ungesunde Parallelschaltung von elektronischer Last und stark induktiven Lasten an einem gemeinsamen Netzschalter


Bild 4.2

Bild 4.2: Symmetrisches Vorschaltgerät

In einigen Fällen können empfindliche Geräte durch die auch bei Betrieb mit Netzfrequenz in der Röhre – als Gas-Entladungsstrecke – entstehende hochfrequente Strahlung gestört werden. Hier hilft manchmal einfaches Umpolen, so dass möglichst der Außenleiter am Vorschaltgerät und der Neutralleiter an der Lampe liegt (sonst hieße es »Nachschaltgerät«). Dies senkt die Wahrscheinlichkeit erwähnten Ärgers. Tritt er noch immer auf, so hilft manchmal ein so genanntes symmetrisches Vorschaltgerät mit in zwei Hälften aufgeteilter Induktivität, die an je ein Ende der Röhre gelegt werden (Bild 4.2). Darüber hinaus helfen nur noch die üblichen Funk-Entstörfilter, obwohl diese bei exzessivem Gebrauch wieder zu Problemen mit Ableitströmen führen können. Einschaltströme sind jedoch allgemein kein bei induktiven Vorschaltgeräten auftretendes Problem. Hierzu sind deren Einschaltströme nicht hoch genug. Eine Dämpfung lässt sich durch serielle Kompensation erreichen (Bild 3.10 unten), während bei Parallel-Kompensation der Einschaltstrom des Kondensators mit seinen sehr steilen Anstiegsflanken hinzu tritt, was sehr wohl zu Problemen führen kann.

In der Diskussion über die Strom-Oberschwingungen der EVG wird oftmals behauptet, auch KVG verursachten Strom-Oberschwingungen, was nicht ganz stimmt. Das KVG selbst, erst recht das VVG, stellt bei richtiger Auslegung ein lineares Bauteil dar, sofern es nicht im Bereich der magnetischen Sättigung des Eisens betrieben wird, was der EMV ebenso wie dem Wirkungsgrad gar nicht gut täte. Vielmehr verursacht das nicht lineare Verhalten der Lampe eine starke Verzerrung der Spannung an der Lampe (Bild 3.17, Bild 3.18), was jedoch wegen der hohen Induktivität des Vorschaltgeräts wenig Einfluss auf den Strom hat. Somit tritt an den Klemmen der kompletten Leuchte keine nennenswerte Störung auf. Die Neutralleiter-Belastung beträgt bei gleichmäßiger Verteilung von 58-W-Lampen auf die drei Außenleiter etwa 35% des Außenleiterstroms (Bild 4.3).

Manchmal werden Geräusche als von induktiven Vorschaltgeräten ausgehende Störung genannt, doch dies ist, sofern es eintritt, auf mangelhafte Konstruktion oder Fertigung der Leuchte zurück zu führen. Ein fehlerfreies Vorschaltgerät verursacht für sich allein keine Geräusche, doch die Befestigung auf blechernem Untergrund muss sachgerecht ausgeführt werden: Stramm, aber mit Unterlegscheiben aus Gummi oder Kunststoff. Anderenfalls kann Netzbrummen auftreten.

Bild 4.3

Bild 4.3: Betrieb dreier 58-W-Leuchtstofflampen mit induktiven Vorschaltgeräten an drei Außenleitern, Summe der drei Außenleiterströme als Neutralleiterstrom

Als weitere Störung wird oftmals das unvermeidbare Flackern mit doppelter Netzfrequenz angeführt. In einigen Fertigungsstätten, wo an schnell laufenden Maschinen gearbeitet wird, kann dies durch den so genannten Stroboskop-Effekt zu gefährlichen Situationen führen, weil diese Maschinen still zu stehen oder gar anders herum zu laufen scheinen. Dies lässt sich jedoch leicht durch Aufteilung der Lampen auf die drei Außenleiter oder einfach durch Anwendung der Duo-Schaltung (Abschnitt 5) vermeiden. Ansonsten gilt die 100-Hz-Technik bei Fernsehgeräten als fortschrittlich und flimmerfrei und kann daher kaum als Argument gegen induktive Vorschaltgeräte gesehen werden.

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