1 Vorbemerkungen
Feb 2nd, 2009 by Stefan Fassbinder
Gas-Entladungslampen, also solche, deren Prinzip darauf beruht, ein Gas elektrisch leitfähig zu machen und es so zum Leuchten zu bringen, stellen eine relativ alte Technik dar. Insbesondere Leuchtstofflampen haben eine sehr weite Verbreitung gefunden. Es ist jedoch nicht möglich, die Netzspannung, ob Gleich- oder Wechselspannung, hoch oder niedrig, direkt an die Lampe zu legen.
Ursprünglich wurden diese Lampen an Wechselstromnetzen zur Begrenzung des Lampenstroms ausschließlich mit einem so genannten induktiven oder magnetischen Vorschaltgerät (konventionelles Vorschaltgerät KVG) betrieben, das aus nichts weiter als einer Drosselspule bestand. In den letzten Jahren ist mit der Entwicklung der Leistungselektronik eine alternative Betriebsweise entwickelt worden, das so genannte elektronische Vorschaltgerät (EVG), das die aufgenommene Netzfrequenz auf eine wesentlich höhere Frequenz umrichtet, üblicherweise im Bereich von 20 kHz bis 80 kHz, womit dann die Lampe betrieben wird.
KVG erzeugen sehr viel Blindleistung, die den Wirk-Anteil sogar deutlich übersteigt, doch diese lässt sich recht einfach und billig ohne Risiko irgendwelcher Störungen kompensieren, wenn man es richtig macht (siehe Abschnitt 5). Ein EVG produziert keine nennenswerten Mengen an Grundschwingungs-Blindleistung (Verschiebungs-Leistungsfaktor DPF oder cosφ) – oder sollte es jedenfalls nicht. Es muss nicht notwendigerweise, kann jedoch sehr wohl für verschiedene Frequenzen bis hin zum Gleichstrom und für verschiedene Spannungen ausgelegt sein, wodurch es auch gleichzeitig gegen Schwankungen der Eingangsspannung unempfindlich wird. Das Haupt-Argument für seinen Einsatz jedoch besteht in der besseren Licht-Ausbeute, die weniger auf seine geringeren inneren Verluste zurück geht als vielmehr auf den bei der hohen Betriebsfrequenz besseren Wirkungsgrad der Lampe. Deswegen speist ein EVG weniger Leistung in die Lampe ein als ein KVG. EVG kosten jedoch ein Mehrfaches eines einfachen, soliden KVG, sind empfindlich gegen bestimmte Störungen und können ihrerseits zu Störquellen werden. Als Alternative wurde das verbesserte induktive Vorschaltgerät (VVG) auf den Markt gebracht, das nicht auf billigsten Preis, sondern auf reduzierte Verluste ausgelegt ist.
Anders als KVG bzw. VVG, die den Gesetzen der Physik zu Folge stets nach ein- und demselben Grundprinzip arbeiten, bietet die Elektronik eine üppige Auswahl an Auslegungs-Varianten zum Betrieb der Lampe.
|
◄
|
►
|
