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Ich installiere zwei Transformatoren in meiner kritischen Anlage, die jeweils die volle Leistung bringen. Sollte ich einen in Betrieb nehmen und den anderen als Reserve vorhalten oder beide parallel betreiben?
Jede Lösung hat ihre Vor- und Nachteile.
Bei Parallelbetrieb sind Sie sicher, dass beide funktionieren. Das Risiko ist, dass die Last zunimmt und die Nennleistung eines Trafos übersteigt, wodurch dieser eine überlastet werden kann, sobald er die Last allein übernehmen muss.
Wenn Sie nur Trafo A betreiben und B in Reserve halten, tragen Sie das Risiko, dass B oder Teile seiner Infrastruktur bei Inbetriebnahme ausfallen. Andererseits lässt sich eine einzelne Einheit einfacher vor Überlastung schützen.
Beachten Sie dabei bitte, dass Oberschwingungen zusätzliche Verluste verursachen, also reicht es nicht aus, einfach den Laststrom zu messen und mit dem Leistungsschild zu vergleichen – erstaunlicherweise selbst dann nicht, wenn Sie Echt-Effektivwerte messen. Sie müssen entweder das Oberschwingungsprofil Ihrer Last kennen und einen entsprechenden Korrekturfaktor einrechnen oder die Temperatur des Transformators sorgfältig überwachen.
Welche Art von Redundanz Sie auch immer wählen, müssen Sie geeignete Wartungsprozeduren gegen diese möglichen Probleme einführen.
Energiewirtschaftlich ist zu berücksichtigen, dass Transformatoren meist im Bereich zwischen 30% und 60% ihrer Nennleistung den besten Wirkungsgrad haben. Von da her gesehen wäre es also optimal, normalerweise parallel zu fahren und in Schwachlastzeiten einen Trafo abzuschalten.
Beim Parallelbetrieb – ebenso bei Nachrüstungen z. B. mit größeren Transformatoren – ist auch stets zu prüfen, ob die Anlage, insbesondere ihre Schutzorgane, für die höhere Kurzschlussleistung ausreichend bemessen sind.

Mein Rechenzentrum hat eine USV. Reicht das nicht als Schutz?
Wie wichtig ist denn die Erhaltung Ihrer Daten und des ständigen Zugriffs Ihrer Nutzer auf diese?
Eine (statische) USV hat einen endlichen Energiespeicher und kann im Falle eines Ausfalles nur für kurze Zeit die Versorgung aufrecht erhalten. Diese Zeit kann auf verschiedene Art genutzt werden, je nach den Bedürfnissen Ihrer Liegenschaft.
Sie kann (wie meist) genutzt werden, um das Netzwerk und die Server ordnungsgemäß herunter zu fahren. Dadurch werden laufende Übertragungen abgeschlossen und die Daten geschützt. Jedoch erlaubt dieser Vorgang, wenn einmal ausgelöst, keinen weiteren Zugriff auf die Daten – also besteht keine Verfügbarkeit für die Nutzer mehr. Die ist erst wieder hergestellt, wenn wieder Spannungsversorgung besteht und die Server und sonstige Netzwerk-Geräte wieder hochgefahren sind. Für einen Betrieb, den jede Minute Stillstand viel Geld kostet, ist das kaum akzeptabel!
Ein anderer Ansatz nutzt die begrenzt verfügbare Zeit, um einen Notstrom-Generator anzufahren, der dann die USV ablöst. So kann der Betrieb weiter laufen, als wäre nichts gewesen – vorausgesetzt natürlich, Generator und Kraftstoffversorgung werden sorgfältig gewartet und funktionieren bestimmungsgemäß.
Alternativ lässt sich die Zeit nutzen, um die Aktivitäten auf eine andere Anlage zu übertragen, entweder einen in Betrieb befindlichen Teil derselben Anlage oder eine Reserve-Einheit. Auch hier merken die Nutzer von dem Ausfall nichts.
Welchen Ansatz man auch immer verfolgt, ist es stets äußerst wichtig, die zur Verfügung stehende Reserveleistung mit Bedacht einzusetzen. Nur die wichtigsten Geräte sollten an die USV-Anlage angeschlossen werden – Server, Kommunikation, Netzwerk-Geräte, wichtige PCs – nicht die Kaffeemaschine und den Fotokopierer! Zu allem Überfluss ist deren Anschlussleistung meist auch noch viel höher als die der wichtigen, zu puffernden Anlagen und würde nicht nur die Reichweite des Energie-Vorrats auf einen Bruchteil senken, sondern die Notversorgung ausgerechnet in dem Moment, wenn sie gebraucht wird, augenblicklich wegen Überlastung »in die Knie zwingen«.

Viele Strom-Anwender benötigen eine hochverfügbare Versorgung. Warum kann der VNB die nicht bieten?
Die Stromverteilnetze sind typischerweise meist recht komplex, aber auch ausgereift. Sie bestehen aus Freileitungen, die bei Extremwetterlagen schadensanfällig sind, Erdkabeln, die bei Bauarbeiten beschädigt werden können, und Transformatoren und Schaltanlagen, die recht alt sein können. Zudem werden sie von einer Vielzahl von Nutzern gebraucht und missbraucht, von den einen für große Lasten, von den anderen für empfindliche Lasten. Dazu entnehmen die Verteilnetze ihre Leistung den Hochspannungsnetzen, die ihrerseits ähnlichen Einflüssen ausgesetzt sind wie die Verteilnetze.
Die Verfügbarkeit der Energienetze zu verbessern ist möglich, wäre aber schwierig und teuer – und wäre für einige Anwender immer noch nicht gut genug. Die Kosten zusätzlicher Infrastruktur fänden sich im Strompreis wieder, und so hätten alle Anwender Maßnahmen mit zu tragen, die nur einer kleinen Minderheit wirklichen Nutzen bringen.
Einige EVU haben bereits die Ansicht geäußert, wer »hohe Qualität« benötige, solle für den Nutzen zahlen – will sagen, dass, wenn für einen Prozess oder ein Unternehmen bessere Qualität erforderlich ist als mit der gegebenen Infrastruktur vor Ort möglich, der Nutznießer die zusätzlich erforderliche Technik bezahlen soll. Das ist bis zu einem gewissen Punkt sinnvoll, doch letztendlich werden Industrie und Handel ihre Standorte dort auswählen, wo die Infrastruktur besser ist, so wie jetzt schon Verkehrsanbindungen in die Standort-Entscheidung einbezogen werden.
Derzeit gibt es noch zu wenig Daten, um eine verlässliche Aussage zur Netzqualität an verschiedenen Orten zu treffen, doch das mag noch kommen.

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